Gedankenfluß zu Beziehung (004)

Beziehung ist Offenheit. Wenn ich alles um die Beziehung entferne, was sie nicht ist, dann bleibt nur noch absolute Offenheit, Reinheit, ein „da sein“. Es gibt kein verstecken, kein zurückhalten, keine Bedingungen, nur 100%ige Präsenz. Ich hatte eben einen Traum, der Kern war, dass es bergauf ging, im Sinn von anstrengend und zum Teil ein zurückfallen und sich anstrengen, um nicht wieder nach unten zu rollen, erneut den Mut und die Motivation aufbringen, um weiter zu kommen, das was an verlorene Strecke, durch das zurückrollen, wieder zu erlangen und darüber hinaus weiter zu kommen. Als das letzte Stück geschafft war, war dort Wasser (ein Bach oder Fluß?), dessen absolute Reinheit spür- und sichtbar war. Das Gefühl kann ich nicht in Worte fassen, es ist Reinheit, Wahrheit, Klarheit, Frische. Eine Beziehung hat diese Qualität, wenn die Selbst gemachten Blockaden, die Grenzen wegfallen. Sie sind alle von Selbst gemacht, werden aber von den wenigsten so erkannt. Sie sind anerzogen, angenommen und selbst gemacht! Sitze mit einen Anderen in Beziehung (gegenüber) und lasse alles weg, was nicht diese Beziehung ist, Urteile, Werte, Gedanken zu dem Anderen sowie den Status der Beziehung, vergangene Geschichte zu der Person, Erwartungen von mir und/oder dem Anderen. Idee wie die Beziehung zu sein hat… all das ist nicht die Beziehung. Erkenne den Anderen, erkenne, das deine Vorstellung nicht der Andere ist, genauso wie du nicht die Idee über oder von dir selbst bist. Treffe dich selbst und den Anderen auf diese Art, dann bist du mit dir und dem Anderen in Beziehung. Dann bin ich der Andere und der Andere ist ich.

So komme ich auf die Welt, ohne Konzepte, die von der Gesellschaft oder Erziehung vorgegeben werden, die ich lerne und später den Beziehungen hinzufüge. Ich lerne, wie eine Freundschaft zu sein hat, wie man sich darin verhält; wie eine Partnerschaft sein soll; Beziehungen zu Autoritäten usw… wie eine Rolle zu spielen ist. (Als Kinder lernen wir das Verhalten in Rollen durch spielen (Vater. Mutter, Kind – usw.) Als Kind können wir aber schnell wieder aus den „gespielten“ Rollen aussteigen und etwas anderes sein, als Erwachsene vergessen wir es, das wir eine Rolle spielen. Uns wurde irgendwann gesagt, dass es Zeit wird sich festzulegen, einen Weg einzuschlagen, damit wurden wir fest, haben angefangen uns damit zu verwechseln und vielleicht vergessen wer wir wirklich sind.) Was bleibt, wenn ich diese Rollen nicht mehr spiele, wenn eine Beziehung frei von dieser „Rollenblockade“ ist, wenn ich mich nicht mehr verstelle muß (um angenommen und gesehen zu werden)? Wenn ich keine Angst haben muß einfach zu sein – so wie ich oder was ich bin. Es bleibt ein angekommen sein! Ich habe diesen Zustand erfahren, ich spreche aus Erfahrung und nicht nur aus dem Intellekt. Ich kann nur sagen den Weg zu dieser Erfahrung zu gehen ist es Wert.

Mir ist es wichtig wenigstens eine Person zu haben, mit der ich eine solche Beziehung auf Gegenseitigkeit haben kann – für mich sollten alle Beziehungen in diese Richtung gehen. Die Essence kennen und dann sehen, was aus und wegen äußeren Umständen hinzugefügt wird. Im Rahmen unserer Gesellschaft (in jedem Rahmen für sich selbst, der immer nur auf Annahmen, Axiomen und Hypothesen zu bestehen scheint) sind Umgangsformen gegeben, durch Zielsetzungen und anderes, das ist ok, sofern ich sie als hinzugefügt erkenne und mir der Essence der Beziehung bewusst bin und dadurch bewusst wählen kann.

Meine Essence ist nicht mein Verhalten oder die Fähigkeit noch meine Werte. Ich kann mich mit ihnen verwechseln. Jeder, der die Erfahrung gemacht hat in andere Kulturkreise zu kommen und sich dort effektiv integrieren, angenommen werden und zurecht kommen möchte, hat genau dies gelernt und erfahren. Ich sehe mich um, wie in dem Kulturkreis das Verhalten und deren Wertigkeit ist und passe mich an, ich passe mich dem Fluß an und komme mühelos zurecht. Wenn ich weiterreise und in eine neue, völlig andere Umgebung komme wiederhole ich den Prozess usw. Das einzige was sich verändert hat ist dann mein Verhalten basierend auf die Wertigkeit und Umgangsform der Umgebung, nicht meine Essence hat sich verändert. Ich kann diese Dinge wie einen Mantel anziehen und wieder ablegen. Was bleibt, wenn ich einfach nur „nakt“ da stehe und keinen Mantel anziehe?

Genau das gleiche gilt für den Anderen! Wenn Verhalten, Fähigkeiten und Werte des Anderen von meinen stark abweichen bestimmt das „bewusst-sein“ über den oben genannten Prozess den Grad der Offenheit in der Beziehung, den Grad des wirklichen und authentische „treffen“ des Anderen. Den Anderen zu sehen und Selbst gesehen zu werden! Das ist was ich in „Beziehung-sein“ nenne. Von diesem Punkt aus ist eine echte Beziehung möglich, in der Ziele definiert werden können, in der (gemeinsame) bewusste Zielsetzung das Verhalten bestimmen und nicht unbewusste Prozesse (Neurosen, Ängste, eigene Agenda, usw.). Hier hat jeder immer die Chance erneut bewusst zu entscheiden und frei zu sein.

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